Nachgefragt im Doppelpack

Bei der nächsten Mitgliederversammlung (24.9. via Telefonkonferenz) kandidieren Jens Kujawa, unser Regionalverantwortlicher für den Norden, und Mike Gassert, der Leiter unserer Berliner Geschäftsstelle, als Mitglieder für den BASKETBALL AID-Vorstand. Wir haben beide im Vorfeld der Versammlung zu einem kurzen Interview getroffen…

Mike, wie bist Du zu
BASKETBALL AID gekommen?

Das liegt schon eine Weile zurück. Ich hatte beruflich mal eine Zeit lang mit Andreas Steffen zu tun. Als wir uns dann später einmal wiedertrafen, erzählte er mir von einem neuen Projekt namens BASKETBALL AID. Da passte es ganz gut, dass er für BBALLAID auf der Suche nach einer Geschäftsstelle war und ich mit meiner Firma gerade ein neues Büro bezogen hatte, wo noch freier Platz zur Verfügung stand.

So kam dann quasi eines zum anderen…

Korrekt. Es passte einfach gut, zumal wir mit „paste-IT“ gerade Firmenmitglied wurden und ich nach einer Möglichkeit gesucht hatte, uns mehr bei BBALLAID zu engagieren. Seitdem kümmern wir uns hauptsächlich um strukturelle Themen, wie den reibungslosen Ablauf der Mail- und Serverdienstleistungen, aber auch um organisatorische Prozesse rund um die Vereinslogistik.

Was hat dich konkret begeistert?

Es ist die Mischung aus sozialem Engagement und der Chance, den Basketballsport in Deutschland weiter nach vorne zu bringen. Ich bin selber vor kurzem Vater geworden und weiß, wie glücklich meine Frau und ich uns schätzen können, ein gesundes Kind großziehen zu dürfen. Umso wichtiger ist es, den Kindern, also den schwächsten Mitgliedern unserer Gesellschaft, denen es zudem auch gesundheitlich nicht gut, mit unserer Arbeit zu helfen.

Kann BASKETBALL AID auch als Vorbild für soziales Engagement in anderen Sportarten dienen?

Das ist sehr gut vorstellbar. Handball Aid oder Volleyball Aid klingt doch gar nicht so abwegig, oder? Soziales Engagement in Kombination mit Sport ist hierzulande leider noch nicht so verbreitet bzw. populär wie in anderen Ländern. Na klar gibt es Sportarten, wie in der Formel 1 und im Fußball, wo der karikative Gedanke schon weitaus mehr öffentliche Wahrnehmung, gerade in Verbindung mit dem Sport, gefestigt ist. Die USA kann diesbezüglich sicherlich als Vorbild gelten.

Du kandidierst bei der nächsten Mitgliederversammlung neben Jens Kujawa als weiteres Mitglied im Vorstand, um auch die Berliner Geschäftsstelle als zentralen „Knotenpunkt“ im Vorstand zu repräsentieren. Welche Wünsche und Ziele hast Du für die Region?

Zunächst einmal lässt sich feststellen, dass unser Team immer größer wird und wir somit in der Lage sind, die immer umfangreicheren Aufgaben besser zu verteilen. Das ist ein schöner Trend, der hoffentlich noch weiter anhält. Ein erster großer wichtiger Schritt war auch die Installation einer BBALLAID-Geschäftsstelle hier in Berlin. Das hat uns organisatorisch vieles erleichtert.

Welche Aktionen stehen als nächstes an?

Am 3. Oktober bietet sich die nächste Gelegenheit im Rahmen der Aktion BOUNCE! weiter das öffentliche Interesse auch außerhalb des Vereinssports zu wecken. Wir werden auf dem Potsdamer Platz in Berlin hoffentlich sehr viele Mitmacher begrüßen können, die mit dem Dribbeln eines Basketballs für Aufmerksamkeit sorgen und es somit schaffen, viele Menschen vom Spaß am Basketball und gleichzeitig dem sozialem Engagement zu überzeugen.

Und was war die beste Aktion bisher für Dich?

Sehr gut gefallen haben mir die Turniere im Yaam, bei denen ich bisher immer vor Ort dabei war. Aber grundsätzlich gefällt mir JEDE! Aktion von BASKETBALL AID, bei der es uns gelingt, Menschen zu mobilisieren und Spendengelder zu generieren.

Gib uns doch abschließend noch mal einen kleinen Vorausblick: Welche Entwicklungschancen siehst Du für BBALLAID in der näheren Zukunft?

Organisatorisch und strukturell haben wir natürlich noch etwas Luft nach oben. Unser Ziel muss es weiterhin sein, immer mehr Menschen nicht nur von unserer Idee sondern auch vom aktiven Mitmachen zu überzeugen. Die Nachhaltigkeit unserer Arbeit muss weiter verstärkt werden. Aber wir sind momentan auf einem sehr guten Weg unser Engagement im gesamten Bundesgebiet voranzutreiben. Das lässt mich sehr positiv in die nahe Zukunft schauen.

Jens, wann hast Du das erste Mal von BASKETBALL AID gehört?

Durch Bernd Kater. Er hatte auf Xing eine Basketball Alumni-Gruppe eröffnet und mich eingeladen. Da er sich zu dieser Zeit bereits bei BASKETBALL AID engagierte, kamen wir ins Gespräch.

Und Du warst sofort begeistert…

Richtig. Als Bernd mir die Idee hinter BBALLAID näher vorstellte, war für mich schnell klar: Da mach ich mit. Ich fand – und finde – es nach wie vor eine tolle Gelegenheit, der Sportart, der ich viel in meinem Leben zu verdanken habe, weiterhin treu zu bleiben, aber auch gleichzeitig die Möglichkeit zu haben, der Gesellschaft mit Basketball etwas zurückgeben zu können. Ich hatte meinen Job, war in unserer Heimatgemeinde aktiv und ein glücklicher Familienvater. Doch der Basketball fehlte mir. So war ich froh, dass sich diese Gelegenheit ergab.

Kannst Du dich noch an die erste BBALLAID-Aktion erinnern?

Das war 2008 in Hamburg. Es war ein erster großer Spendenaufruf für BASKETBALL AID, bei dem mehrere Standorte im Norden Deutschlands versuchten, eine möglichst hohe Spendensumme zu sammeln. Ich war für Ludwigsburg verantwortlich und entsinne mich, dass wir sehr erfolgreich waren.

War es danach noch ein weiter Schritt zum Aufbau eines Team Nord von BBALLAID, das wir ja Dir zu verdanken haben?

Eigentlich nicht. Auch hier begann alles in einem Gespräch mit Bernd (Kater). Er fragte einfach, ob nicht Lust hätte ein Team Nord aufzubauen. Auf mein „Ja“ musste er dann nicht lange warten.

Aller Anfang ist ja manchmal schwer, war das hier auch so?

Wenn ich nein sagen würde, wäre das nicht ganz richtig. Vor dem 1. Meeting im Dezember 2009 hatten wir viel Aufwand investiert und erlebten dann eine kleine Enttäuschung. Nur fünf Leute waren zum Auftakttreffen erschienen. Jedoch haben wir uns von diesem frühen Rückschlag nicht entmutigen lassen, im Gegenteil, es spornte auch an.

Denn kurze Zeit später sollte es besser werden …

Genau. Nur zwei Wochen später fand beim ProB-Ligisten Rist Wedel ein großer Event statt, wo wir mit einer Tombola am Start waren und sensationelle 3000 Euro einnehmen durften. Das war eine erste große Bestätigung unserer Arbeit. Zumal wir bei dieser Veranstaltung auch neue Mitglieder, und vor allem auch aktive Mitmacher für BASKETBALL AID begeistern konnten.

Wie ging es dann weiter?

Unsere erfolgreichste Aktion bisher war die U17 Basketball WM 2010 in Hamburg. Dieses Turnier haben wir als Chance genutzt, sechs Tage lang, vier bis fünf Stunden täglich mit einer Tombola vor Ort zu sein und Lose zu verkaufen. Mit großem Erfolg: Über 4000 Euro kamen am Ende für die gute Sache zusammen. Auch hier konnten wir neue Mitglieder gewinnen, unseren Bekanntheitsgrad steigern und unser Netzwerk erweitern. Eine wirklich gelungene Veranstaltung.

Stand heute sind 25 Mitglieder beim Team Nord und fast 100 Interessenten…

Ja, es entwickelte sich die berühmte Eigendynamik. Beim letzten Teammeeting vor zwei Monaten waren immerhin zehn Leute da. Auch zwei neue Firmenmitglieder konnten wir seitdem bei BASKETBALL AID begrüßen.

Welche Aktionen/Events stehen beim Team Nord als nächstes an?

Ende Oktober wird eine große Trainer- und Schiedsrichterfortbildung in Hamburg stattfinden.
Hier sind wir in engem Kontakt mit Ex-Nationalspieler Marvin Willoughby und BBL-Schiedsrichter Boris Schmidt, die federführend bei dieser Weiterbildung sind.

Welche Visionen hast Du für BBALLAID im Norden?

Dass die Basketballbegeisterten in der Metropolregion Hamburg zu BBALLAID-Interessenten werden, wir immer mehr Menschen von der Wichtigkeit unserer Arbeit überzeugen und BBALLAID als feste Institution in der norddeutschen Basketballszene zu etablieren. Ebenfalls wird es in naher Zukunft wichtig sein, den organisatorischen Aufwand, der nicht weniger wird, auf mehr Schultern zu verteilen. Was wiederum nur gelingt, wenn wir es schaffen, die Menschen für diese Vision mitzunehmen.