Erfahrung triumphiert über Jugend für den guten Zweck

Am Ende sahen rund 900 Zuschauer einen verdienten 77:66-Sieg der ehemaligen Deutschen Basketball-Juniorennationalmannschaft von 1998 über die aktuellen U19-Bundesligisten der Eisbären Bremerhaven. Am vergangenen Sonnabend, beim Benefizspiel in der Sporthalle Kerschensteinerstraße in Harburg, trafen beide Teams aufeinander. Durch das Eintrittsgeld und dem Tippspiel vor Ort, konnten der SV Grün-Weiss Harburg und Basketball Aid e. V. letzten Endes eine Spendensumme in Höhe von 3.469,90 Euro für die Kinderkrebsstation des Uniklinikums Eppendorf sammeln.

Aus privaten und gesundheitlichen Gründen fehlten die angekündigten Bundestrainer Berthold Bisselik und Steven Clauss, Ex-Nationalspieler Scott-Vincent Stöber und Schiedsrichter Boris Schmidt, der das entscheidende Finalspiel der Basketball-Bundesliga stattdessen leitete, welches fast zeitgleich in Bamberg stattfand. So kam es u. a., dass die Hamburger Trainergröße Alex Biller die Geschicke für das Deutsche Team in die Hand nahm. Sönke Müller von den Hittfeld Sharks rückte ebenfalls nach und leitete das Spiel als einer der Schiedsrichter.

Das Rahmenprogramm stimmte. Christoph Reise, einst HSV-Insider von Radio Hamburg, übernahm die Rolle des Hallensprechers. Er begrüßte die Zuschauer, initiierte eine grandiose Spielervorstellung, moderierte und führte mit viel Witz durch den Veranstaltungsabend. Ein Highlight gleich zu Beginn: Whitney Akowuah griff zum Mikrofon, die Menge erhob sich und die 20-jährige Studentin sang die Deutsche Nationalhymne in einer unnachamlichen Manier. Die diesjährige Gewinnerin des Radio Hamburg Megatalentwettbewerbs und angehörige des Gesangschors „Gospel Train“ der Stadtteilschule Harburg sorgte so für Gänsehaut und machte allen Anwesenden klar, dass es nun losgehen sollte. Gedankt wurde unmittelbar vor Spielbeginn noch den Schiedsrichtern für deren Engagement. Besonders aber Stefan Raid, der jüngst in das Präsidium des Deutschen Baskeball-Bundes für das Ressort Jugend gewählt wurde. Der Harburger beendete mit diesem Spiel seine langjährige Schiedsrichter- und ehrenamtliche Tätigkeit im Hamburger Basketballverband und in der Regionalliga Nord. In den Viertelpausen und Auszeiten stürmten die Cheeleader der Mighty Storms, musikalisch unterstützt von den DJ’s Marcy Barsch und Kalle Busch, auf das Spielfeld und brillierten mit ihren akrobatischen Formationen und Tänzen, heizten so weiterhin das Publikum ein.

Zum Spielverlauf: es war keine Show, vielmehr ein ernst geführtes Basketballmatch. Früh wurde klar, dass im „Kampf der Generationen“ für beide Teams nur der Sieg zählte. Die inoffizielle DBB-Auswahl ging durch einen von zwei geglückten Freiwürfen von Matthias Weber 1:0 in Führung. Zwei Minuten lang passierte nicht viel, nur ein gegenseitiges Beschnuppern ohne weiteren Treffer. Die Eisbären nutzten die erste Auszeit zur Besinnung und es half. Die Jugendbundesligaspieler legten einen 9:0-Lauf hin und die zum Teil über 30-jährigen Korbjäger durften spätestens jetzt den Ernst der Lage erkannt haben, strengten sich deutlich mehr an und feuerten aus allen Rohren. Physisch schenkten sich beide Teams nichts. Bremerhaven war meist sauberer in der Verteidigung da die Kondition und Schnelligkeit auf Seiten der Jungspunde lag. Es gestaltete sich ein munteres Auf und Ab mit vielen Führungswechseln. Deutschland-Coach Alex Biller hatte alle Hände voll zu tun: das Spiel gewinnen, alle Akteure zum Einsatz kommen lassen und die richtigen Spieler zur richtigen Zeit, besonders aber zum Spielende bringen. Die Oldies nutzen die Halbzeit um in der Kabine zu verschnaufen und sich tatkisch zu besprechen. In der zweiten Halbzeit ließ das Wurfglück der Bremerhavener nach und die Auswahlspieler des Jahrganges ’80 kontrolierten die die Rebounds. Vorentscheidend für den Sieg von Team Deutschland war der 13:2-Lauf bis zur 27. Minute mit routiniertem Kombinationsspiel.

Alles in allem eine gelungene Veranstaltung. Besonderer Dank gilt allen Beteiligten, die ehrenamtlich mitgeholfen haben. So waren auch die Regionalligaspielerinnen der SG Harburg Baskets tatkräftig dabei, ein Orga-Team und Vorstandsmitglieder des SV Grün-Weiss Harburg, eine Notärztin, deren Einsatz allerdings glücklicherweise ausblieb. Die Hauptsponsoren Sparkasse Harburg-Buxtehude und Karstadt Sports beteiligten sich sowie finanziell, personell als auch materiell um dieses Event zu ermöglichen. Es bleibt bestimmt nicht die einzige Aktion in Kooperation mit Basketball Aid e.V. mit dem Versuch etwas Gutes zu tun und dabei die Hamburger Basketballszene weiter zu beleben.

„Nach 13 Jahren wieder gemeinsam auf dem Feld zu stehen war ein irres Gefühl. Nichts hat sich verändert. Jeder respektiert jeden und es gibt nicht einen einzigen der jemand bestimmten aus der Truppe nicht mag. Wir sind ein richtiges Team.“ so Denis Mangkod, Kapitän der Bundesauswahl und Organisator des Benefizspiels, der durchblicken ließ, dass derzeit die Planungen für ein ähnliches Event laufen, welches 2012 in Köln stattfinden soll. Und was der SV Grün-Weiss Harburg demnächst wieder aus dem Hut zaubert, lässt bestimmt auch nicht lange auf sich warten.

Spielergebnis:
Deutschland 77 – Eisbären Bremerhaven 66 (22:19, 39:36, 57:47)

Für Deutschland spielten:
Dominique Klein (16 Punkte), Cecil Egwuatu (12), Sebastian Rathjen (10), Matthias Weber (7), Stefan Selle (6), Denis Mangkod (6), Michael Sarkodie (5), Raiko Seifert (5), Philipp Pütz (4), Bastian Kordyaka (3) und Lars Grübler (3). Coach: Alex Biller, Physiotherapeut: Mike Steverding

Für die Eisbären Bremerhaven spielten:
Sadam Eco (15 Punkte), Maurice Pluskota (13), Adrian Breitlauch (13), Jonathan Malu (7), Jay Mampuya (6), Dominik Breitschuh (3), Nick Tienarend (2), Bazou Kone (2), Ceyhan Pfeil, Helge Baues und Dominique Johnson. Coach: Johannes Knabe, Co-Trainer: Dejan Stojanovski

SV Grün-Weiss Harburg von 1920 e.V.
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